Skip to content

Neues aus dem Gebiet des Antiagings – Präventivmedizin

Januar 6, 2012

Neues aus dem Gebiet des Antiagings, der Prävention und der Gesundheit

Eine Zusammenfassung des letzten Antiaging Kongresses (Menopause – Andropause) in Wien, Dezember 2011

Es zeigt sich, dass in vielen Ländern das Durchschnittsalter weiter im Steigen ist, in anderen Ländern ist es im Fallen. Wir sehen, dass es immer mehr epidemische, schwere Krankheiten gibt, wie Karzinome (Krebs) und Diabetes (Zucker). Auf der einen Seite der Welt leiden die Menschen an Infektionskrankheiten, auf der anderen Seite an Fettleibigkeit und erhöhten Blutfetten. Zu diesen Themen gab es im Rahmen des Menopause-Andropause Kongresses in Wien viele Vorträge, die ich hier zusammenfassen und mit eigenen Betrachtungen und Kommentaren ergänzen möchte.

Fangen wir vielleicht mit unserer Gesellschaft an. Hier sehen wir eine Zunahme von Depressionen. Prof. Kaspar berichtet, dass bei den durch Krankheit verlorenen Lebensjahren, die psychischen Erkrankungen an Nummer 1 stehen, davon wiederum ist die Depression führend. Er erklärt dies mit einer Überfülle an Information durch moderne Medien, was jedoch eine zu einfach gestrickte Betrachtungsweise sein dürfte. Es wird sich wahrscheinlich um die Summe vieler Faktoren eines „naturfernen“ oder unnatürlichen Lebens handeln, die viele in die Depression treiben.

Hofmann erklärt, dass die Ärzte als erste eine Fehlentwicklung in der Gesellschaft widerspiegeln. Ärzte sind mit Abstand die Berufsgruppe mit der höchsten Rate an Burn Out! Die Frage ist nun, woran leidet die Gesellschaft und warum reagieren die Ärzte darauf mit Burn Out?

Das ist natürlich ein sehr komplexes Thema und sollte vielleicht in einem eigenen Artikel näher beleuchtet werden. In Kürze würde ich jedoch sagen, dass unser extrem ungesundes Leben mit Chemie, schlechter Ernährung, Bewegungsmangel und psychischer Überladung zu vielen chronischen Erkrankungen führt. Die Behandlung all dieser Krankheiten auf hohem Niveau ist von unserer Gesellschaft nicht mehr finanzierbar. Man versucht nun Kosten einzusparen, Ärzte müssen in immer kürzerer Zeit immer mehr Patienten behandeln. Für  ganzheitliche Aspekte (die ja unser Arztsein ausmachen) ist überhaupt keine Zeit mehr. Ärzte werden also vom System ausgenützt. Auf der anderen Seite verhalten sich die meisten Ärzte genau wie das System; sie leben ungesund, haben ihre Zweitautos, ihre Aktienpakete, ihre Computer und neueste Handys und kümmern sich meistens wenig um „Fair Trade“. Wie können sie dann erwarten, dass wiederum sie selbst von genau dieser Gesellschaft fair behandelt werden?

Wie sehen nun den Spiegel einer kranken Gesellschaft. Laut Wuttke konnte in Studien gezeigt werden, dass sich moderne Menschen sehr ähnlich verhalten wie Ratten, die in Käfigen gehalten werden. Unabhängig von psychischen Veränderungen sehen wir auch epidemische Zunahmen von anderen Krankheiten: z.B. sind im US Bundesstaat Mississippi 80% der Menschen übergewichtig, in Deutschland sind es 50% der Frauen und Kinder. Wir haben immer mehr Patienten mit Diabetes und erhöhten Blutfettwerten und wir erleben eine Epidemie beim Brustkrebs und Prostatakrebs. Es gibt immer mehr junge Frauen mit Akne und man sieht eine zunehmende Verweiblichung von Buben und Männern. Natürlich können wir viele dieser Dinge mit neuen Medikamenten behandeln (nicht heilen – denn dafür müsste man ja die Ursachen ausschalten), aber wollen wir wirklich alle chronisch krank sein? Wir werden in Europa realtiv alt, aber leben durchschnittlich die letzten 30 Jahre in Krankheit. Ist das unser Ziel?

Wenn diese Zahlen nun klar und eindeutig sind, wäre der nächste Schritt, Erklärungen für diese kranke Gesellschaft zu finden. Danach hätten wir dann die Chance, über Lösungsansätze nachzudenken.

Wenn wir uns die Krankheiten unserer westlichen Gesellschaft (und die östliche holt bereits rasant auf) ansehen, dann sehen wir vor allem eine deutliche Zunahme von Krebserkrankungen. Bei den Frauen ist es der Brustkrebs und bei den Männern der Prostatakrebs, die eine epidemische Entwicklung verzeichnen. Laut Shariat (Urologe in New York) gibt es in den USA jedes Jahr 220.000 Neuerkrankungen an Prostatakrebs, in Österreich sind es über 4.000, Tendenz steigend. Die Neuerkrankungen bei Brustkrebs in Österreich liegen in etwa auf dem gleichen Niveau. Nun wird meistens über die Behandlungen dieser lebensbedrohlichen Erkrankungen gesprochen, doch nur wenige wagen es, die Ursachen zu beleuchten, weil die Konsequenzen daraus weitreichend wären. Was könnten also die Ursachen sein?

In den USA gibt es immer mehr Studien, die einen Zusammenhang von Brustkrebs und Bisphenol A (Weichmacher im Plastik) nachweisen. Langsam beginnen einige westliche Regierungen Bisphenol A hältige Materialien zu verbieten. Aber diese Maßnahme kommt sehr spät, da alle Ozeane und unser gesamtes Leben bereits mit diesem Plastik verseucht ist. Und die Verrottung desselben dauert mehrere tausende Jahre. Aber das ist nur eine der Chemikalien, die hier einen Einfluss haben dürften. Laszlo Havor konnte zeigen, dass Frauen, die ein „giftarmes“ Leben führen, kaum Brustkrebs bekommen.

Die Ernährung insgesamt ist auch ein wesentlicher Faktor; so hat man im alten China gesagt, der Brustkrebs ist die Erkrankung der reichen Frau, denn nur diese konnten sich Fleisch leisten. Vegetarier bekommen auch seltener Krebs. Viele sprechen hier von einer Koinzidenz, jedoch bei so vielen Koinzidenzen entwickelt sich schön langsam eine Kausalität. Wesentlich bei der Ernährung dürfte allerdings auch eine biologische sein.

Prof. Haber von der Med.Uni Wien konnte in einem ausgezeichneten Vortrag zeigen, dass erstens Menschen mit größerem Muskelquerschnitt seltener Krebs bekommen; und wenn sie betroffen sind, dass sie nach erfolgter Therapie weniger Rezidive (Rückfälle) haben. Auch bei Patienten, die ab der Diagnose Krebs mit einem Muskeltraining begannen, konnten deutlich weniger Rückfälle gesehen werden.

Prof. Huber erklärt den Unterschied zwischen Genetik und Epigenetik. Die Veränderung der Gene geht nur langsam vonstatten, die der Epigenome aber schon von einer Generation auf die andere. Z.b. vererbt ein Bauer, der viel mit Spritzmitteln arbeitet, seine dadurch schlechtere Samenqualität direkt auf seinen. Sohn. Und wenn der Vater sich schlecht ernährt (viel fettes Fleisch, Zucker, Übergewicht), wird dieses Muster direkt an die Kinder vererbt.

Also zusammengefasst können wir erkennen, dass ein schlechter Lifestyle (Ernährung und Bewegung) zusammen mit einer Zunahme an Chemikalien Ursache für die Zunahme der Krebserkrankungen sein könnte.

Kleine-Gunk erzählt über die Longevity Hotspots dieser Welt, also Orte, wo Menschen besonders alt werden. Und man versucht nun herauszufinden, was diesen Orten und Gesellschaften gemeinsam ist. Solche Orte sind sehr oft Inseln, wie Okinawa (Japan), Sardinien (Sardegna, Italien), Nicoya (Costa Rica),… Dort gibt es die meisten „über 100-jährigen“. Wir finden dort sehr starke Familienbande; so befindet sich in Sardininen kein einziger 100-jähriger in einem Altersheim. Die meisten ernähren sich vorwiegend mit nur wenig Fleisch, dafür mit sauberem Gemüse und Früchten, oft auch mit Meeresfrüchten. Alle Alten kommen aus ärmeren Verhältnissen (die Reichen werden nicht so alt) und haben ein Leben lang am Feld oder als Hirten gearbeitet. Und sie kennen keine Pension, gehen auch mit 100 noch jeden Tag aufs Feld. Sie achten den freien Tag, z.B. Sonntag für die Christen, haben eine ruhige Nacht und leben großteils ein stressfreies Leben. Und wichtig ist vor allem, dass sie in gesundem Zustand so alt werden. Auch wenn man sich die Bilder dieser Alten ansieht, kann man die Zufriedenheit, die Lebenslust und das Glück sehen! Es gibt auch eine schlechte Nachricht: die jungen Erwachsenen auf Okinawa haben bereits die gleichen Erkrankungen wie in allen westlichen Zivilisationen. Dies würde bedeuten, dass diese alten Menschen langsam aussterben, sollte sich auf dieser Welt nicht etwas grundlegend ändern.

Wenn wir jetzt daraus eine Lehre ziehen, dann erkennen wir, dass unser Lifestyle die Ursache für diese Zunahme an Krankheiten sein dürfte und welcher Lifestyle uns wieder in ein ausbalanciertes Leben bringen könnte.

Um mit der Ernährung zu beginnen, sieht man die Stoffe, die unsere Gene schützen: Soya, Tomaten, Vit.C, Rote Rübe, Sumach, 3-4 Tassen Kaffee, Gallus Säure, und viele mehr…

Das bedeutet, dass alle diese Stoffe aus dem Pflanzenreich kommen und nicht vom Fleisch. Eine Konzentration unserer Ernährung auf Gemüse und Obst ist also wichtig. Wie schon erwähnt, schützt mehr Muskulatur vor Krebs. Und je intensiver die körperkiche Betätigung, desto geringer ist die Sterblichkeit. Also ist die Konsequenz, falls wir nicht schwer körperlich arbeiten, sollten wir uns im Sport anstrengen, und zwar in Form eines Muskeltrainings. Die Ausdauerbelastung sollte dann auch begleitend erfolgen. Bei der Psyche schein es wichtig zu sein, ein stressfreies Leben zu führen; d.h. sich nicht von Statussymbolen des „Reichseins“ verleiten zu lassen, sondern freie Tage mehr zu schätzen als mehr Geld. Die Familie sollte wieder die Basis unseres Lebens sein, wie es uns in den Hotspots vorgelebt wird. In einem weiteren Vortrag wurde auch die positive Auswirkung von karitativen Tätigkeiten aufgezeigt, sie führen zu einer besseren Vernetzung in unserem Gehirn. Also auch dieser Aspekt sollte mehr in unser Leben einfließen. Sandra Elnekheli spricht davon, dass man mit 50 Jahren oft einen kleinen Tod erleben muss, einen Schritt, der weh tut, um in der 2. Lebenshälfte ein besseres Leben führen zu können. Jakesz empfiehlt, sich im natürlichen Rhythmus des Lebens zu bewegen, Winter und Sommer, saisonale Früchte, …

Der letzte Punkt ist die Umwelt. Nicht nur, dass die Leute in den Hotspots in einer intakten Umwelt leben, auch bereits die Kinder wuchsen frei von schädigenden Belastungen auf. Aber besonders die zunehmenden Chemikalien in der Ernährung, der Kleidung, in den Cremen, Zahnpasten, … sollten weitgehend vermieden werden. Damit sind auch alle die Stoffe gemeint wie Plastik, Handys, Computer, usw., die sich durch ihre Giftigkeit sekundär auf uns auswirken.

Abschließend möchte ich nochmals auf diesen Kongress zu sprechen kommen. Die Tatsachen liegen in Form von Studien auf dem Tisch. Aber sie treffen bei den Ärzten oft auf ein paralysiertes Publikum. Viele stecken den Kopf in den Sand, um noch ein weiteres Sandkorn zu entdecken, versuchen aber in keinster Weise, die Zusammenhänge zu erkennen. Denn das würde weh tun, zumindest wäre es sehr anstrengend. Denn dann müssten die Ärzte gesellschaftspolitisch tätig werden und die Grundvoraussetzung dafür wäre zuerst eine Lebensveränderung bei ihnen selbst. Also schließe ich daraus, dass eine positive Veränderung nicht aus der Ärzteschaft kommen kann, sondern nur aus unserer Gesellschaft; denn die Medizin ist ein Spiegel der Gesellschaft.

Gerhard Kögler, Arzt

Advertisements
One Comment leave one →
  1. Januar 23, 2012 3:17 pm

    hier ein artikel über einen 110 jährigen aus arizona, dessen „geheimnis“ eben auch in bewegung, willen und vorwiegend biologischer, veganer und rohköstlicher ernährung liegt:

    http://www.naturalnews.com/034666_longevity_aging_prevention.html

    und weitere naturalnews artikel, die das unterstreichen:

    http://www.naturalnews.com/034704_intermittent_fasting_fitness_HGH.html

    http://www.naturalnews.com/034673_cancer_risk_lifestyle_changes_research.html

    http://www.naturalnews.com/034640_eating_food_wisdom.html

    matthias

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: