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Weise Königin oder ewige Prinzessin

Januar 12, 2012

 Weise Königin oder ewige Prinzessin

 Im Rahmen des letzten Antiaging Kongresses in Wien hatte ich die Freude einen Vortrag von Sandra Elnekheli, Ärztin für Allgemeinmedizin, zu hören. Es ging dabei um die Art, wie wir die zweite Lebenshälfte gestalten und ob wir etwas aus der ersten gelernt haben. Und dieser Vortrag war mit so viel Wärme und Liebe gebracht, dass ich Sandra Elnekheli fragte, ob wir ihren Vortrag in unserem Blog veröffentlichen dürften, was sie auch gerne gestattete. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen, Gerhard Kögler, Arzt.

Lust oder Frust ab der Lebensmitte!?

 Nach einer Umfrage unter 1040 Frauen zwischen 50 und 70, darf sich die Generation 50 + freuen! Frauen dieser Generation fühlen sich attraktiv, selbstbestimmt,  an Sex und guter Beziehung interessiert und scheinen bis auf ein bisschen Übergewicht glücklich zu sein! Ist das wirklich so oder trügt der Schein?

 In meiner Praxis als Ärztin und Sexualtherapeutin sehe ich zwar nur einen selektiven Anteil an Frauen, aber die angegebenen Frustrationen haben meist mit einem übersteigerten Perfektionismus und zuwenig Körperbewusstsein zu tun. Ich sehe oft attraktive, gestylte Frauen, die perfekt scheinen, sich aber betrogen fühlen. Betrogen von Ihrem scheinbar wunderbar weiblichen Körperbild, das sie aber leider nicht spüren und wahrnehmen können.

So sind sie gezwungen den Modeidealen unserer Mediengesellschaft hinterherzulaufen um eine Chance zu haben als Frau wahrgenommen zu werden. Aber auch ER fühlt sich oft betrogen, denn die so super sexy und weibliche Frau, die er sich erobert hat, lässt dann in einer längeren Beziehung so gar keine Nähe oder befriedigende Sexualität zu.

 

Mut zum kleinen Tod

 Eine Möglichkeit nicht in die Anti-Aging Falle zu tappen besteht darin, sich bewusst zu machen, dass der Schritt in die 2. Lebenshälfte eine Krise darstellt. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Die Tatsache, dass auch bei Männern das Deckhaar schütter wird und das Bäuchlein wächst, geht auch am starken Geschlecht in den seltensten Fällen ohne Wehmut einher. Wenn ich den Mut habe, die Krise als solche zu akzeptieren, kann ich auch einen notwendigen Trauerprozess zulassen. Ich brauche Zeit um mich vom ersten großen Lebensabschnitt würdevoll verabschieden zu dürfen. Es ist die Chance, sich seiner Nicht-Unsterblichkeit bewusst zu werden und damit den Sinn und die Wünsche für die nächsten 50 Jahre klar zu definieren. Was ist mir wirklich wichtig? Wenn ich heute sterben sollte, was täte mir leid? Was hätte ich noch gerne erlebt? Mit 50 + ist die Zeit reif die Wünsche nicht mehr vor sich herzuschieben sondern auch wirklich umzusetzen. Wir sind die jüngste Generation 50 + die es je gegeben hat – da lohnt es sich aus der Unzufriedenheitsfalle auszubrechen!

Phönix aus der Asche

Dazu brauche ich wieder Mut, die alten Muster, die mich vielleicht in einer von außen projizierten Wertewelt über die Maßen gefesselt haben, zu hinterfragen und mich von ihnen zu lösen, sie zurückzulassen und frei zu werden für etwas Neues. Dadurch sterbe ich einen kleinen Tod. Aber dieser kleine Tod lässt mich wie Phönix aus der Asche gereinigt, geläutert, zielstrebig, körperbewusst und lebendig auferstehen um die eigentlichen, authentischen Ziele zu finden und zu erreichen.

Archetypen als Orientierungshilfe

In der Welt der Archetypen kann man Hilfe bei der Suche nach dem eigenen Potential finden. Archetypen hat schon C.G. Jung für seine Psychotherapie als Mittel herangezogen um Klarheit zu gewinnen. Archetypen sind unbewusste Grundmuster unseres Menschseins mit denen sich jeder von uns identifizieren kann. Die Orientierungshilfe gewinnt man dann, wenn man sich dieser Tatsache bewusst wird und versucht die Archetypen auf sich selbst zu projizieren und dann schaut welche Aspekte vorhanden sind und welche vielleicht noch im Unbewussten schlummern und endlich gelebt werden wollen! Ich greife hier vier wichtige Archetypen heraus und bitte Sie herauszufinden welcher der Archetypen Sie besonders anspricht. Für die Gesamtheit unsere Persönlichkeit ist nicht nur die Sonnenseite sondern immer auch die Schattenseite wichtig!

Der Krieger und die Kriegerin  unserer Zeit zeichnen sich durch Erfolg im Beruf aus, kämpfen um Ideale, spüren den Beschützerinstinkt ganz stark, können auf der Schattenseite zu Machtgier, Neid und Eifersucht neigen.

Die Magier und Magierinnen finden wir häufig in beraterischen Berufen, ÄrztInnen, TherapeutInnen, PharmazeutInnen.  Hier ist Weisheit und Intuition gefragt, die Gabe zuzuhören und Wissen zu vermitteln. Die Gefahr dieser Archetypen liegt im Ausleben der Opferrolle, Schuldzuweisung bis hin zur Tendenz ins Burn-out zu rutschen.

Die Künstler und Künstlerinnen  leben ihre Kreativität und  Inspirationskraft aus, bei Unterdrückung dieser Gabe droht die Gefahr des Perfektionismus und des Drogenmissbrauchs.

Liebhaber und Liebhaberin brauchen zu allererst ein gutes  Körperbewusstsein und Selbstliebe um einen anderen Menschen selbstlos und hingabevoll lieben zu können. Sonst droht auch hier der Hang zu Aufopferung und Schuldzuweisung an andere.

Wenn Sie feststellen, dass sie in dem einen oder anderen Archetyp aufgehen und die andern nicht leben, dann sollten sie genauer hinsehen. Einseitig gelebte Archetypen tendieren dazu eine übermächtige Position einzunehmen, wo vor allem auch die Schattenseiten zu sehr vorherrschen. Um eine weise und gerechte Königin und ein visionärer König im eigenen Reich zu sein brauchen wir alle Aspekte der Archetypen in einer möglichst ausgeglichenen Dosierung.  Gute Herrscher kämpfen um Ideale, nützen ihre Intuition, streben kreative Lösungen an und wissen auch zu feiern und zu genießen.

Also lassen wir den Prinzen und die Prinzessin in uns sterben, sie sind zwar jung und schön, können aber eigentlich nichts bewegen und umsetzen, damit König und Königin in all ihrer Macht und Pracht auferstehen können um endlich die Dinge in die Hand zu nehmen die zum Glück führen!

Viel Spaß im 2. Akt des Lebens, der durch Autonomie und entspannte Lebensfreude gezeichnet ist!

Dr. Sandra Elnekheli

Ärztinfür Allgemeinmedizin und Sexualmedizin

www.bewusstseinsmedizin.at

Quelle:

Last oder Lust? Sexualität in der Menopause

Umfrage von Prof. Kurt Starke und Prof. Hans-Joachim Ahrendt

Die Prinzessin ist tot – es lebe die Königin

Rebecca Bellin-Sonnenburg

 

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