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Photovoltaik – Quo Vadis!

Februar 19, 2012

 Verfolgt man die deutsche Presse, so vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in einem Medium über das Thema Photovoltaik im Allgemeinen und über die Sinnhaftigkeit der Förderung von eben diesen Anlagen im Speziellen berichtet wird. Es ist für den Interessierten kaum möglich, objektive Berichterstattung zu erhalten, da die verschiedensten Interessensverbände ihrem ureigenstem Auftrag naturgemäß nachkommen und ihre Standpunkte vertreten. Einige wesentliche Argumente für und gegen die Energiegewinnung sollen nachfolgend erörtert werden.

 

Ist Solarstrom einer der Eckpfeiler einer nachhaltigen Energieversorgung oder fressen erneuerbare Energien mehr, als sie bringen?

Mittlerweile werden PV-Anlagen mit verhältnismäßig geringem Material- und Energieaufwand hergestellt. Eine PV-Anlage hat die Energie, die für ihre Produktion, den Transport, Auf- und Abbau sowie Entsorgung benötigt wurde, nach ca. 1,5 Jahren wieder „eingespielt“. Dieser Zeitraum wird als „energetische Amortisationszeit“ bezeichnet. Eine Solarstrom-Anlage kann während ihrer gesamten Lebenszeit daher ca. 20-mal mehr Energie bereitstellen, als für ihre Herstellung aufgewendet wurde.

 

Die Sonne scheint nicht immer!

Dezentral und breit gestreute Erneuerbare-Energien-Anlagen können sich gegenseitig stützen und ergänzen. Fehlt die Sonne, können z.B. Windanlagen, Wasserkraftanlagen, Biogasanlagen, Holzkraftwerke oder geothermische Kraftwerke zuverlässig rund um die Uhr einspringen. Dabei werden auch keine fossilen „Schattenkraftwerke“ benötigt. Die Planungsgenauigkeit ist über das Jahr gerechnet nirgendwo so genau, wie bei der Sonnenenergie. Die Standardabweichung bei der Einstrahlung liegt im Jahresmittel bei 5%, womit man für die nächsten 30 Jahre relativ genau vorhersagen kann, wie viel die PV-Anlage produzieren wird.

 

Strom aus Photovoltaik-Anlagen ist zu teuer!

Die Herstellungskosten einer Kilowattstunde Strom aus Photovoltaik betragen für eine typische private Anlage mit 4 Kilowatt peak Nennleistung ungefähr 0,15 Euro, womit Netzparität erreicht wäre. Damit ist im Allgemeinen der Zeitpunkt gemeint, ab dem die PV-Stromerzeugungskosten unterhalb der Endkundenstrompreise privater Haushalte liegen und es sich somit lohnt, seinen Stromverbrauch mit dem dann günstigeren, selbst erzeugten Solarstrom zu decken. Diese Netzparität ist allerdings nur dann erreichbar, wenn der produzierte Solarstrom auch selbst genutzt werden kann. Da jedoch Verbrauch und Produktion von Strom zu einem überwiegenden Teil zeitlich auseinander liegen, muss der produzierte Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden. Für diese Einspeisung erhält der Produzent allerdings nur den Großhandelspreis, der unter 0,06 Euro liegt (der Rest sind Netzgebühren, Steuern, etc.). Staatliche Förderungsprogramme gleichen diese Diskrepanz aus, haben in der Öffentlichkeit jedoch den bitteren Beigeschmack, dass die Allgemeinheit einige wenige Solarstrom-Anlagen finanziert. Andererseits ist es immer noch nicht weit verbreitet, dass die externen Kosten der fossilen Energien bzw. von Atomstrom weit höher sind, als die Förderungen für Photovoltaik (das ist wohl als Erfolg der fossilen Energielobby zu sehen).

 

Das fehlende Glied ist ein Speichermedium für Strom, um den selbst produzierten Strom auch selbst nutzen zu können. Die bisher klare Abgrenzung zwischen Produzenten und Konsumenten im Energiesektor wäre dadurch aufgeweicht, was man durchaus als „revolutionär“ bezeichnen könnte. An dieses Speichermedium (heute Lithium-Ionen Speicher) sind natürlich die oben genannten Ansprüche bezüglich energetischer Amortisationszeit zu stellen. Mit der heutigen Technologie ist es möglich, ca. 70-80% des Energiebedarfs durch eine eigene Photovoltaik-Anlage zu decken, und das ohne Förderungen.

 

Die Gesellschaft muss begreifen, dass die Ressource Sonne ein Vielfaches (3000-fach) der benötigten Energie liefert und jede der Sonne zugeneigte Fläche (Dach, Hausmauser, Balkongeländer, etc.) ein potenzieller Stromgenerator ist. Durch die Speicherung dieser Energie (meist reicht die Überbrückung von Abend, Nacht und Morgen), kann ein wesentlicher Teil des Energiekonsums durch dezentrale PV-Anlagen gedeckt werden. Der Verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Energie ist natürlich ebenso Teil der „Energiewende“ wie die Unabhängigkeit von Förderungen, aber es ist bereits mit heutigen Technologien möglich. Der Begriff Neovoltaic, als die neue Generation der Photovoltaik wurde hierfür kreiert (Photovoltaik+Speicher=Neovoltaic).

 

Es wird vielfach propagiert, dass es an der Zeit ist, ins solare Zeitalter einzutreten. Technologien dafür gibt es, die Bereitschaft in der Bevölkerung steht noch aus.

 

Werner Posch

Tautendorf, 19.2.2012

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