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Recht auf Leben

Februar 22, 2012

Angesichts großer Freiheitseinschränkungen aller Art, von zunehmender Überwachung, real und online, über Unterdrückung politischen Engagements wie auch jedweder selbstständigen, kritischen Meinungsbildung, bis hin zu den längst überfälligen und für alle zunehmend sichtbaren Äußerungen und Materialisierungen des faschistischen Systems (sowohl national als auch supra-national durch die EU), in dem wir unser Dasein fristen – angesichts all dessen und mehr muten die in der Verfassung verankerten Grundrechte immer weniger wie schlichter Hohn an, worüber man sich früher vielleicht noch pseudo-intellektuell mockieren konnte, als vielmehr ein Bestandteil einer perversen, verlogenen Gesamtsituation, in der es beinahe unmöglich gemacht wurde, sich zurecht und zu sich selbst zu finden, durch Realitätsverkehrung im großen Orwell’schen Stil.

So ist auch das Recht auf Leben in den Grund- bzw. Menschenrechten zu finden. Dabei will ich hier gar nicht so sehr die Kluft zwischen Sein und Schein ansprechen, sondern vielmehr darüber nachdenken, was ein Recht auf Leben eigentlich bedeutet.

Vielleicht hilft es dabei, von allem Unnötigen abzusehen und sich auf Wesentliches zu konzentrieren, wie auf mich als Mensch, als Lebewesen an sich. Was entspricht meiner Natur, welche Grundbedürfnisse habe ich und teile auch mit der restlichen Menschheit? Das mag vielleicht Kontroversen erzeugen, mir geht es aber einfach nur um Grundvoraussetzungen, körperlich, geistig und spirituell, die für ein gesundes, erfülltes Leben einfach unentbehrlich sind, und worauf sich alle leicht einigen könnten bzw. was jedem einleuchtet und unhinterfragt gilt.

Wenn man mir bei dieser Analyse zustimmt, wird sich unmöglich übersehen lassen, dass ein sogenanntes Recht auf Leben oder unsere gesamte Rechtslage dem keinesfalls genügt. Ich will hier nur diesen einen fundamentalen Aspekt ansprechen, der aber meines Erachtens so wichtig ist, dass er als Ausgangspunkt der ganzen Diskussion und Situation, in der wir uns befinden, zu erachten ist.

Ungeachtet aller scheinbaren geographischen, „kulturellen“ und was auch immer für Differenzen zwischen den Menschen, sind uns doch allen gewisse Dinge gleich – und meiner Meinung nach sind das die (einzig) relevanten: wir sind in diese Welt gekommen und intrinsisch in unserer Natur Teil von ihr, dass keinerlei Tradition, Konvention oder Meinung darüber stehen KANN. Ich sehe das meiner Meinung nach ganz nüchtern und einfach so, dass es mir als Lebewesen, von und in diesem Kosmos geboren, als ein Mindestmaß zusteht, mein Leben frei von jeglichen unnatürlichen Zwängen nach meinem Geschmack zu führen und mit Respekt für mich als Teil des Kosmos, sowie andere Lebewesen wie auch alles andere Existierende. Das heißt, rein von der naturgegebenen Faktenlage her, bin ich in erster Linie ein Teil des gesamten lebendigen Kosmos, Lebewesen hier auf diesem Planeten, Mensch und erst dann solche Details wie ein spezifisches Geschlecht. Irgendwann viel später und NUR unter der Voraussetzung meiner Zustimmung, kann ich mich dann vielleicht als Österreicher bezeichnen (was auch immer das bringen sollte). Ich werde zwar in ein politisches System, soziales Gefüge, historisches Gebilde hineingeboren, das ist aber nur willkürliche, irrelevante, oberflächliche Hülle über meinem fundamentalen, natürlichen Selbst. Und wenn es dem nicht genügt ist es schlicht illegitim.

Ich habe also ein Lebensrecht auf all das, was meinen natürlichen Bedürfnissen entspricht und zu deren Erfüllung verhilft. Umgekehrt: niemand hat das Recht, mir bestimmte Freiheiten zu nehmen und bestimmte Bedürfnisserfüllungen nur auf bestimmten Wegen zu ermöglichen. Unter Rücksicht auf die Freiheiten anderer (und des Lebens an sich) darf ich gemäß meines Dünkens die meinen ausleben und das auf welche Art auch immer. Selbst wenn ich in dieses „Österreich“ hineingeboren wurde (was nunmal Tatsache ist), besitze ich von Natur her, ohne sie abgegeben zu haben, die Freiheit, entsprechend meiner natürlichen Bedürfnisse zu überleben. Und wenn ich mir versucht aufgezwungene Wege zu diesem Ziel, wie der Umweg über Geldverdienen und Konsum von Waren, ablehne, dann ist das nur allzu verständlich vom natürlichen Standpunkt her, und dann MUSS mir trotzdem die Möglichkeit offen stehen, diesen Weg nicht zu gehen. Sonst ist das System widernatürlich und verletzt existentiell mein Recht auf Leben. Leider ist genau das der Fall.

Das Mindeste (und für mich persönlich vollkommen ausreichend, weil ich keinerlei Ambitionen zu Anhäufung oder Besitz hege), das jedem Menschen zusteht, ist die Möglichkeit, sich auf dieser Erde und durch diese Erde selbst zu ernähren. Wenn es denn nunmal so ist, dass der Staat Land beansprucht, dann muss das den Menschen zur Verfügung stehen, frei, unberührt und unvergiftet (gegenwärtig wie zukünftig). Mehr als ein Mindestmaß an Fläche brauche und will ich nicht, auf der ich natürlich und unbeeinflusst leben kann, wenn ich denn so wünsche. Das heißt, der Bau einer Wohnmöglichkeit entsprechend meiner Vorlieben und Bedürfnisse, der Zugang und die Verbundenheit zu dieser Erde und die Möglichkeit zum natürlichen Anbau und Erzeugen von Lebensmitteln.Sollten irgendwann irgendwie Verteilungsprobleme auftreten, warum und welcher Art auch immer, dann ist es zumindest die Pflicht eines Systems, dass diese Möglichkeiten des selbstständigen und eigenverantwortlichen Handelns und Lebens traurigerweise zerstört hat, diese wiederherzustellen und bis dahin in jeder Hinsicht und auf möglichst natürliche Art für die Bedürfnisse der Menschen zu sorgen.

Ich wäre ja auch bereit, dem System Österreich auszuweichen, trotzdem ich auf diesem Fleck Erde geboren wurde (was natürlich eine gewisse Verbundenheit herstellt). Nur kommt dabei die Perversion des Gesamtsystems Erde zum Vorschein. Jedes Stück Land trägt schon einen Besitzanspruch mit sich (was mir auch völlig unverständlich ist, wie man etwas besitzen will oder kann). Es wird somit Individuen die Möglichkeit genommen, zwischen sogenannten Staaten ihre Rechte auszuleben, denn wenn ich die österreichische Grenze überschreite bin ich unweigerlich in einem anderen Land.

Diese fundamentale Ungerechtigkeit und Unnatürlichkeit darf nicht weiter bestehen und muss zumindest einmal angesprochen werden und ins Bewusstsein der Menschen gelangen. Ich beanspruche meine Geburtsrechte und hoffe, das findet in vielen Menschen Anklang. Ich bin nicht bereit, allein schon aus Prinzip, etwas zu tun, das ich nicht will und muss. Ich will und werde nicht den konventionellen Lebensweg beschreiten, der vorsieht, dass man bis ins Alter einer (meistens) unzufriedenstellenden Tätigkeit nachgehen muss, die einem erst recht nicht das erhoffte Glück und die erhofften Freiheiten in den letzen Lebensjahren liefert.

Was die Natur mir als Regeln und Notwendigkeiten vorgibt, ist nicht nur selbstverständlich umzusetzen, sondern gibt mir zugleich auch die größte Freude. Denn das ist Leben als Selbstzweck mit Respekt vor dem Leben an sich und mit dem Potential zu wahrer Selbstfindung.

Matthias

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One Comment leave one →
  1. gerhard koegler permalink
    Februar 22, 2012 9:16 pm

    Wow, das ist einfach richtig. Mein Gefühl ist stimmig wenn ich das lese und ich spüre eine Freude, wenn ich mir eine solche Veränderung vorstelle. Ich spüre aber auch eine Traurigkeit, weil ich weiß, wie viele Leute verbissen ihren Besitz verteidigen, egal wie groß er ist und ob sie das für ein glückliches Leben überhaupt in dieser Größe brauchen. Daher wird es einen gewaltigen Paradigmenwechsel geben müssen, um zu solchen Umsetzungen zu kommen. Doch mit viel Quantenphysik sagen wir: Es wird dieses Umdenken geben!

    Gerhard

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